Ruprechtsviertel

Keimzelle Wiens

Auf der Karte unten (Skizze, ausgestellt im Bezirksmuseum Innere Stadt) sieht man grob die römischen Befestigungsanlagen und   die Lagereinteilung. Im frühen Mittelalter waren offensichtlich nur noch das westliche und südliche Lagertor intakt. Die alten Straßenzüge (Salvatorgasse, Wipplingerstraße und Tuchlauben) führten sternförmig zur damals wohl einzigen befestigten Anlage (dem Berghof). Wie Untersuchungen bei Abrißarbeiten der zerstörten Häuser am Hohen Markt (Palais Sina und Wimpffen) und später bei Erweiterungsarbeiten in der Sterngasse, ergaben, benutzte diese Burganlage bestehende römischen Fundamente.

Die römische Straßenstruktur war in dieser frühen Entstehungsphase dieser Siedlung wohl schon verlorengegangen.

Römerreste+Berghof

Kopie aus dem Bezirksmuseum Innere Stadt, nach Dr. Hertha Ladenbauer-Orel “Der Berghof”, Wien 1974

Auszug aus einer Rede von Dr. Herta Ladenbauer über Archäologische Stadtkernforschung in Wien, gehalten am 9. Februar 1967:

....Die erste Burganlage Wiens bestand aus mindestens acht späteren Häusern; sie hatte ihr Tor im Südwesten, wie der glückliche Fund eines Planes des Hauses Hoher Markt 8 (bis 1945 Palais Sina) beweist, der auch die Grundstücksgrenzen vor 1801 zeigt. Die Eintragung dieses Tores mit der trichterförmigen Einfahrt in den Plan von Wien erbrachte aber auch die Gewissheit, dass die heutigen Strassenzüge der Tuchlauben, der Wipplingerstrasse und der Salvatorgasse in Wirklichkeit auf die alten völkerwanderungszeitlichen Wege von den römischen Lagertoren her zurückgehen. Die Tuchlauben beginnt beim südlichen Lagertor, der porta decumana, dem Mittelalterlichen Peilertor, und führt sich schlängelnd über verfallene römische Gebäudereste hinweg direkt in die Einfahrt hinein, die Wipplingerstrasse verläuft von der westlichen porta sinistra - nicht nach der via prinzipalis, sondern nördlich davon - aber genauso zum Tor der Reststadt, wie die Salvatorgasse, die vom römischen Hafen bei der Kirche Maria am Gestade ausgeht...